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Mit dem gestiegenen Selbstbewusstsein des Bürgertums wuchs die Bedeutung der neureichen Schicht als Käufer von Gemälden mit Alltagsszenen aus der eigenen Umwelt. Vor allem in Paris entwickelte sich in den 1850er Jahren ein Bildmotiv heraus, das die Frau in feinen Kleidern in alltäglichen Lebenslagen zeigte. Maler wie Alfred Stevens (1823-1906), Frans Verhas (1827-97), Gustave de Jonghe (1829-93) und Auguste Toulmouche (1829-90) spezialisierten sich auf Interieurszenen mit hübschen Frauen in wertvollen Kostümen. Giuseppe De Nittis (1846-84) und Jean Béraud (1848-1935) malten bevorzugt Straßenszenen mit elegant flanierenden oder auf der Parkbank verweilenden Damen. Édouard Manet (1832-83), Claude Monet (1840-1926), Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) und Eva Gonzalès (1847-83) waren die führenden Frauenmaler des Impressionismus. Giovanni Boldini (1842-1931) wurde schließlich Maler der High Society, in der Porträts eleganter Frauen das belieb teste Bildmotiv waren. Das hier aufgearbeitete Thema wurde von der Kunstgeschichte bislang vernachlässigt. Erstmals findet der Leser in einem deutschsprachigen Buch eine Vielzahl von Gemälden mit attraktiven Frauendarstellungen, die im Kunsthandel seit jeher hohe Preise erzielten, aber abseits der Auktionskataloge keine Aufmerksamkeit in den Printmedien fanden. Neben den bereits oben genannten Künstlern behandelt das Buch ausführlich die Werke von James Tissot (1836-1902), Jan Van Beers (1852-1927), Paul César Helleu (1859-1927), Gustave Jean Jacquet (1846-1909) und Henri Toulouse-Lautrec (1864-1901).