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Eine Begnadigung erreicht Newgate nur wenige Minuten vor der Hinrichtung. Clara Mowbray soll für den Tod eines Kindes sterben. Das Gerüst steht bereit, die Menge wartet bereits vor den Gefängnismauern doch im letzten Augenblick trifft ein offizielles Schreiben ein, das ihr Leben rettet. Nur stimmt etwas mit dem Dokument nicht. Das Papier trägt das richtige Siegel. Die Formulierungen entsprechen den amtlichen Vorlagen. Selbst die Unterschrift scheint echt. Doch der blaue Sicherheitsfaden endet an der falschen Stelle, ein Bote wurde auf eine ungewöhnliche Route geschickt, und ein Beamter weiß über Fehler in der Begnadigung Bescheid, bevor er sie überhaupt gesehen haben dürfte. Vincent Ormesby erkennt schnell, dass jemand nicht nur ein Dokument gefälscht hat, sondern den gesamten Weg der königlichen Gnade manipuliert. Und Ianthe Rooke weiß mehr, als sie ihm sagen will. Während Vincent versucht, Clara vor einer erneuten Verhaftung und Hinrichtung zu bewahren, führt Ianthes Spur zu einem verborgenen Treppenhaus, alten Haushaltsbüchern, manipulierten Akten und einem Netz aus Gefängnisverträgen, politischen Interessen und sorgfältig geschützten Namen. Doch Clara ist keine unschuldige Frau, die lediglich Opfer eines Justizirrtums wurde. Sie hat gelogen. Sie hat Beweise verschwiegen. Und sie hat kostbare Minuten verstreichen lassen, während ein verletztes Kind auf Hilfe wartete. Je tiefer Vincent und Ianthe in den Fall eindringen, desto schwieriger wird die Frage, die sie beide voneinander trennt: Darf man das Gesetz brechen, um eine ungerechte Hinrichtung zu verhindern? Und wem gehört die Wahrheit, wenn ihre Veröffentlichung andere Menschen vernichten könnte? Zwischen gefälschten Begnadigungen, manipulierten Registern, versteckten Räumen und einem Mord, dessen Chronologie nicht stimmen kann, geraten Vincent und Ianthe erneut an die Grenze zwischen Recht und Gerechtigkeit. Denn eine Begnadigung kann eine Hinrichtung verhindern. Sie kann jedoch nicht auslöschen, was zuvor geschehen ist.