Moritz Spiess

Aberglauben, Sitten und Gebräuche des sächsischen Obererzgebirges

Volksglaube, Bergmannsbrauchtum und Lebensrituale im Sachsen des 19. Jahrhunderts. 22,9 cm / 15,2 cm / 0,7 cm ( B/H/T )
Buch (Softcover), 112 Seiten
EAN 9788028352714
Veröffentlicht Dezember 2023
Verlag/Hersteller Sharp Ink

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Beschreibung

Moritz Spiess' "Aberglauben, Sitten und Gebräuche des sächsischen Obererzgebirges" ist eine volkskundliche Bestandsaufnahme jener Vorstellungen und Praktiken, die den Alltag einer montan geprägten Grenzlandschaft strukturierten. Das Buch versammelt Überlieferungen zu Haus, Feld, Krankheit, Tod, Festzeiten, Vorzeichen und magischen Schutzhandlungen und liest sie nicht als Kuriositäten, sondern als kulturelle Ordnungssysteme. In seinem nüchternen, sammelnden Stil steht es im Kontext der historisch-philologischen Volkskunde des 19. Jahrhunderts, die mündliche Traditionen vor ihrem Verschwinden sichern wollte. Über Moritz Spiess tritt uns ein Autor entgegen, der mit der Region vertraut war und ihre Sprache, sozialen Milieus und religiös geprägten Deutungsmuster ernst nahm. Seine Aufmerksamkeit für lokale Differenzen, bergmännische Lebenswelten und bäuerliche Ritualformen lässt erkennen, dass ihn weniger sensationeller Aberglaube als vielmehr das geistige Inventar einer Landschaft interessierte. Gerade diese Nähe zum Obererzgebirge verleiht seiner Darstellung Quellenwert. Empfohlen sei dieses Buch allen, die sich für sächsische Regionalgeschichte, Volksglauben, Brauchforschung und die Mentalitätsgeschichte ländlicher Räume interessieren. Es bietet keine bloße Sammlung alter Merkwürdigkeiten, sondern einen Zugang zu Denkformen, Ängsten und Hoffnungen vergangener Generationen. Als historisches Dokument bleibt es für Forschung und interessierte Leser gleichermaßen aufschlussreich.