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Natascha Dniprovska lässt uns in ihren Ukrainegedichten mit ihrer bildhaften, feinen Sprache eintauchen in ein Landschaftsidyll, wie sie es in Vorkriegszeiten erlebt hat. Und auch wenn sie schreibt: "Man kann es sich nicht vorstellen, man muss es hören: Das Lied der Lerche, das Zirpen der Grillen, das Flüstern der schläfrigen Kiefern, das sanfte Plätschern des Flusses, den leisen Wind, der kaum die Flügel der Bienen berührt und zart und behutsam zwischen den Blüten tanzt, ohne auch nur den goldenen Blütenstaub aufzuwirbeln", so glaubt man beim Lesen der Gedichte, sich ihr damaliges Leben in der Ukraine doch ausmalen zu können. Umso trauriger ist die Vorstellung, dass dieses Land seit mehr als vier Jahren auf brutalste Weise angegriffen und zerstört wird. Auch die unter dem wechselhaften Hamburger Himmel entstandenen Texte sind von großer sprachlicher Schönheit. Sie erzählen von Sehnsucht und Verlorensein in der Fremde und dem Versuch, den Schmerz immer wieder durch Annäherung an die Natur zu lindern, wobei Beschreibungen der Gegenwart mit Erinnerungen an das frühere Leben zusammenfließen.
Natascha Dniprovska (Pseudonym) wurde 1971 in dem Ort Tscherkassy in der Ukraine geboren, die damals Teil der UDSSR war. Bereits zu Schulzeiten schrieb sie Gedichte und trug diese öffentlich vor. Ihre Ausbildungs- und Studienzeit fiel mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion zusammen, so dass die Autorin nach einem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften wechselnde Jobs annehmen musste, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nebenbei schrieb sie weiter Gedichte und nahm regelmäßig an Lesungen teil. 2017 und 2018 veröffentlichte sie zwei Gedichtbände mit den Titeln "Wolken im Kopf" und "In den Tiefen des Waldes". Seit 2022 lebt und arbeitet die Autorin mit ihrem erwachsenen Sohn in Hamburg. Eine weitere Tochter lebt mit Kindern in der Nähe von Dortmund.