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Antisemitismus in seinen diversen Ausprägungen war ein wichtiges Element in den religiösen Weltbildern von katholischen und protestantischen Gläubigen. Das gilt auch für moderne Zeiten des 20. Jahrhunderts. Dominant war in beiden konfessionellen Milieus ein biblisch-theologisch begründeter Antijudaismus. Daneben gewann seit dem Deutschen Kaiserreich von 1871 ein teils sozial und kulturell geprägter, teils gar national-völkischer Antisemitismus erhebliche Geltung. Zumeist traten diese beiden Varianten von Judengegnerschaft nicht getrennt, sondern in Mischformen auf. Die beiden Autoren, als Historiker durch einschlägige Publikationen zum katholischen und protestantischen Antisemitismus ausgewiesen, beschreiben die konkreten Varianten eines christlichen Antisemitismus, untersuchen deren Auswirkungen auf das politische Geschehen in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts und ordnen ihre Befunde in internationale Kontexte ein.
Olaf Blaschke ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Münster. Er forscht zum Katholizismus und Konfessionalismus. Zahlreiche einschlägige Veröffentlichungen, etwa: Katholizismus und Antisemitismus im Deutschen Kaiserreich, Göttingen 1997 (2. Aufl.: 1999); Die Kirchen und der Nationalsozialismus, Stuttgart 2014 (Bonn, bpb, 2019). Mit Thomas Großbölting (Hg.), Was glaubten die Deutschen zwischen 1933 und 1945? Religion und Politik im Nationalsozialismus, Frankfurt 2020.