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Oliver Wehr stellt in seinem Buch die These auf, dass die Ilias in der Gestalt, wie wir sie kennen, für einen Vortrag im Umfeld von Argos konzipiert ist. Beweise findet er im Epos selbst. In der Ilias tritt Diomedes wie ein Doppelgänger des Achilleus auf. Kaum hat dieser sich im Zorn zurückgezogen, springt Diomedes als Ersatz ein. Die prominente Rolle, die der Held aus Argos damit übernimmt, war in der epischen Tradition nicht für ihn vorgesehen. Sie konterkariert zudem die M-nis-Handlung, indem der Rückzug des Achilleus lange ohne Folgen bleibt. Die Aristie des Diomedes erweist sich als das Kernstück einer umfangreichen Überarbeitung der Ilias, die offenbar dem Ziel dient, den Helden der Argiver aufzuwerten.
Oliver Wehr studierte Klassische Philologie und Geschichte in Heidelberg, Siena und Berlin und wurde an der Universität Heidelberg promoviert. Er unterrichtet an einem Berliner Gymnasium.
Inhalt: Diomedes in der Ilias und in der älteren Troia-Epik: Tradition oder Innovation? - Argos in archaischer Zeit: Könige und Tyrannen - Die frühesten Reflexe der Ilias in der griechischen Kunst - Die Ilias in Argos und Olympia.