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In der Frühen Neuzeit hatte sich in der Landgrafschaft Hessen-Kassel wie auch in anderen deutschen Territorien ein Strafverfahrensrecht ausgeprägt, das eine Vielzahl von Delikten von staatlicher Seite verfolgte und anhand eines ausgefeilten Katalogs von Ehren-, Körper- und Todesstrafen ahndete. Der Scharfrichter diente dabei als festbestallter Strafvollstrecker. In Hessen-Kassel hatte er zudem das Amt des Wasenmeisters (Abdeckers) inne. Anhand des umfangreichen Quellenmaterials werden seine Tätigkeitsbereiche Strafvollzug, Abdeckereiwesen und 'Medizin' beleuchtet. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem sozialen Umfeld und der gesellschaftlichen Stellung des Scharfrichters. Ein Blick auf den Wandel des Berufsbildes seit Ende des 18. Jahrhunderts schlägt den Bogen zur Gegenwart.
Die Autorin: Petra Pechäek studierte an der Universität Marburg Mittlere und Neuere Geschichte, Archäologie und Kunstgeschichte, Promotion 2001. Doktorandenstipendium der Hessischen Förderung von Nachwuchswissenschaftlern.
Aus dem Inhalt : Der Scharfrichter und seine Berufsfelder, sein soziales Umfeld - Die Stellung des Scharfrichters in der Gesellschaft, 'Unehrlichkeit' und Kampf um die 'Ehre' - Der soziale Wandel der Berufsbilder - Vergleich mit anderen deutschen und europäischen Ländern.