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Sebastian Klimasch analysiert die Debatten um Verschwörungstheorien während der Corona-Pandemie als sozialen Prozess wechselseitiger Delegitimierung und sozialer Schließung. Aus phänomenologisch fundierter wissenssoziologischer Perspektive werden drei Schließungslogiken - Moralisierung, Pathologisierung und Dehumanisierung - typologisch unterschieden. Die Arbeit entwickelt damit eine Heuristik zur Analyse gegenwärtiger Polarisierungsprozesse, die über den Kontext der Pandemie hinaus genutzt werden kann.
Dr. Sebastian Klimasch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Universität Trier sowie Johannes Gutenberg-Universität Mainz
1 Einleitung 2 Ausgangsbeobachtungen und Forschungsperspektive 2.1 Zum Aufscheinen von Krisen- und Verschwörungssemantik 2.1.1 Für (Un-)Wahres sensibilisierte Gegenwartsgesellschaften 2.1.2 Fragen nach Krisengewinner:innen und -verursacher:innen 2.1.3 Bahnungseffekte: Protest und Verschwörungsdeutungen 2.2 Zur Forschungsperspektive 3 Krisensemantik 3.1 Zwischen Krisensoziologie und Soziologie der Krise 3.2 Zur Wissenssoziologie von Krise und Routine 3.2.1 Sozialtheorie Problematische Situationen, Krise und Routine 3.2.2 Allgemeine Soziologie Grenzsituationen und Wirklichkeitskrisen 3.2.3 Gesellschaftstheorie Schwelende Sinnkrisen und Moral(isierung) 4 Verschwörungssemantik 4.1 Zwischen Verschwörungspanik und Verschwörungstheoriepanik 4.2 Zur Wissenssoziologie von Verschwörungsdeutungen 4.2.1 Sozialtheorie Verschwörung zwischen Praxis und Deutung 4.2.2 Allgemeine Soziologie (Il-)Legitime Verschwörungsdeutungen 4.2.3 Gesellschaftstheorie Etablierte und Außenseiter - Elite und Volk 5 Die Corona-Pandemie zwischen Grenzsituationen und Wirklichkeitskrisen 5.1 Krisenpotentiale pandemischer Grenzsituationen 5.2 Verschwörungssemantisch imprägnierte Wirklichkeitskrisen 5.3 Verschwörungssemantische Moralisierung und Polarisierung 6 Resümee: Verschwörungssemantik zwischen Krise und Routine 6.1 Rückblick 6.2 Ausblick