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Tea, die Protagonistin in 'Magma', erschrickt, als sie zum ersten Mal menstruiert: Weder weiß sie, was die Blutungen bedeuten, noch kann sie die unerträglichen Schmerzen einordnen. Aufgewachsen in den 1970er Jahren auf Sizilien in einem katholischen und patriarchalen Umfeld, in dem es nicht üblich ist, über Frauenkörper zu sprechen, werden ihre Beschwerden schlicht als zu niedrige Schmerztoleranz abgetan. Ohne Diagnose entwickelt Tea eine große Angst vor ihrem unberechenbaren Zyklus. Dass die chronische Krankheit Endometriose Grund ihres Leidens ist, erfährt sie erst spät - mangels Therapieoptionen schafft diese Erkenntnis jedoch kaum Linderung. Tea Ranno schildert in ihrem autofiktionalen Roman ihr Leben mit der Krankheit und deren Symptomen. Im Wechsel zwischen Erzählungen aus ihrer Kindheit und ihrem Erwachsenendasein nimmt sie uns mit auf ihrem von Medikamenten, Arztbesuchen und Operationen gezeichneten Weg zur Juristin, Autorin und Mutter von Zwillingen. Über allem steht der metaphorisch als bissiger Hund oder brodelndes Magma eingefangene Schmerz, der mit der Menopause aussetzt - die Angst davor aber bleibt.
Tea Ranno (*1963) ist Juristin und Autorin. Ihr Debütroman 'Cenere' erschien 2006, war Finalist für den Calvino- und den Berto-Preis und wurde mit dem Chianti-Preis ausgezeichnet. Sie veröffentlichte weitere, teils mit Preisen prämierte Romane, von denen bislang drei auf Deutsch erschienen sind.