Tiere in der Klimakatastrophe

Tierstudien 30. 21,0 cm / 13,5 cm ( B/H )
Buch (Softcover), 200 Seiten
EAN 9783958085275
Veröffentlicht Oktober 2026
Verlag/Hersteller Neofelis Verlag GmbH
18,00 inkl. MwSt.
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Beschreibung

Die Klimakatastrophe ist mehr als eine menschliche Krise - sie betrifft alles Leben auf diesem Planeten. Da politische Debatten, wissenschaftliche Analysen und mediale Narrative jedoch überwiegend anthropozentrisch bleiben, geraten nichtmenschliche Tiere häufig aus dem Blick oder erscheinen lediglich als passive Opfer, symbolische Figuren oder statistische Größen. Der neue Tierstudien -Band verschiebt diese Perspektive und rückt Tiere als aktive, relationale und politisch relevante Akteur*innen ins Zentrum. Im Fokus stehen die vielfältigen Verflechtungen von Tierleben mit den ökologischen, ökonomischen und sozialen Dynamiken der Erderwärmung. Tiere in der Klimakatastrophe widmet sich den tiefgreifenden Transformationen tierlicher Lebenswelten unter den Bedingungen des Klimawandels: Artensterben, Habitatverlust und veränderte ökologische Gefüge sind dabei ebenso relevant wie neue Formen von Anpassung, Bewegung und Koexistenz. Tierliche Existenzen werden als dynamisch, situiert und in komplexe Netzwerke aus Umwelt, Ökonomie und Politik eingebunden verstanden. Zugleich nimmt der Band die kulturellen und medialen Ordnungen in den Blick, in denen Tiere im Kontext der Klimakrise sichtbar - oder unsichtbar - werden. Die Beiträge untersuchen, wie Bilder, Narrative und ästhetische Strategien unser Verständnis prägen und welche neuen Erzählformen in Kunst, Literatur und Film entstehen, die ein mehr-als-menschliches Denken erproben. Darüber hinaus widmen sich die Beiträge den politischen Dimensionen tierlicher Verflechtungen: Fragen von Klimagerechtigkeit, Aktivismus und Interspezies-Solidarität und alternativen Wissensformen, die westlich-anthropozentrische Perspektiven herausfordern. Auch Formen des Erinnerns, Trauerns und Archivierens angesichts des Verlusts von Arten und Lebensräumen rücken in den Blick, aber auch Visionen neuer Formen von Multispezies-Solidarität.

Portrait

Jessica Ullrich (Dr. phil) ist Honorarprofessorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der Kunstakademie Münster. Zuvor war sie Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Philosophischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen und Leiterin der Kunstvermittlung im Kunstpalais Erlangen. Sie kuratierte diverse Ausstellungen von zeitgenössischer Skulptur und Fotografie. Sie ist Mitglied des Senior Editorial Board von Antennae, Journal for Nature in the Visual Arts , Repräsentantin und Board-Mitglied von Minding Animals Germany und Mitglied von Bündnis für Mensch und Tier, München, ferner von Animalität und Ästhetik Berlin, der Forschungsinitiative Tiertheorie (FiTT), CLAS (Cultural Literary Animal Studies) an der Universität Würzburg und Animals in History, einer von den Universitäten Konstanz, Wien und Zürich getragenen Gemeinschaftsinitiative. Ullrich studierte Kunstgeschichte, Kunstpädagogik und Germanistik in Frankfurt am Main sowie Kultur- und Medienmanagement in Berlin. Sie promovierte zu dem Thema Wachs als ästhetisches Material. Körper und Körperfragmente in der Wachsbildnerei am Ende des 20. Jahrhunderts und ihre kulturhistorischen Einflüsse . Im Kontext der Human-Animal Studies veröffentlichte sie u.a. gemeinsam mit Friedrich Weltzien und Heike Fuhlbrügge den Sammelband Ich, das Tier. Tiere als Persönlichkeiten in der Kulturgeschichte (Reimer 2008). Seit 2012 ist sie Herausgeberin von Tierstudien im Neofelis Verlag.

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