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Walther Harichs "Angst" entfaltet die Erfahrung der Furcht nicht als bloßes Gefühl, sondern als Erkenntnisform: In verdichteten Szenen wird sichtbar, wie innere Bedrängnis, gesellschaftlicher Druck und moralische Selbstprüfung einander durchdringen. Der Stil verbindet psychologische Genauigkeit mit einer zugespitzten, teils nervös wirkenden Prosa, die an die Krisenliteratur des frühen 20. Jahrhunderts anschließt. Im Kontext von Naturalismus, Fin-de-Siècle-Sensibilität und expressionistischer Seelenanalyse erscheint das Buch als Studie über die Fragilität moderner Subjektivität. Harich, der als Schriftsteller, Literaturkenner und Publizist im kulturellen Milieu seiner Zeit stand, bringt in dieses Werk eine ausgeprägte Beobachtungsgabe für geistige und soziale Spannungen ein. Seine Nähe zu literarischen Debatten, sein Interesse an Charakterbildung und seelischer Disposition sowie die Erfahrungen einer von Umbruch, Unsicherheit und Autoritätsverlust geprägten Epoche dürften die Gestaltung dieses Stoffes wesentlich geprägt haben. Empfohlen sei "Angst" Leserinnen und Lesern, die Literatur nicht nur als Handlung, sondern als präzises Instrument psychologischer und zeitdiagnostischer Erkenntnis schätzen. Das Buch überzeugt durch seine intellektuelle Konzentration, seine atmosphärische Dichte und seine weiterhin bemerkenswerte Frage nach den verborgenen Ursachen menschlicher Verunsicherung.
Diese erweiterte Ausgabe wurde mit großer Sorgfalt gestaltet, um Ihr Leseerlebnis zu bereichern. - Sorgfältig ausgewählte unvergessliche Zitate heben Momente literarischer Brillanz hervor. - Interaktive Fußnoten erklären ungewöhnliche Referenzen, historische Anspielungen und veraltete Ausdrücke für eine mühelose, besser informierte Lektüre.
Walther Harich (1888 - 1931) war ein deutscher Schriftsteller und Literaturhistoriker, der insbesondere durch die Herausgabe der gesammelten Werke von E. T. A. Hoffmann bekannt wurde. Auch die bibliophile Ausgabe von Hoffmanns Die Elixiere des Teufels mit handgemalten Bildern und Zierstücken von Hugo Wilkens ist erwähnenswert. Neben seiner literaturwissenschaftlichen Arbeit verfasste Harich elf Romane, die zeitgenössisch Beachtung fanden. Walther Harich starb 1931 im Alter von 43 Jahren in Wuthenow.