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Ein opulenter und an Phantasie überbordender Indien-Roman, der den Ich-Erzähler von Wien ausgehend kreuz und quer durch den Subkontinent führt. Die Suche nach Bildern eines österreichischen Malers, der ein Zeitgenosse Kokoschkas war und 1938 mit seiner jüdischen Frau von Wien nach Delhi fliehen musste, entpuppt sich als ein dubioser Auftrag: Er treibt den Erzähler, zwischen Europa und Indien hin- und herjagend, immer tiefer in die eigene Biographie und in die Geschichte Indiens.
Es ist ein an Charakteren, Ereignissen und Geschichten reicher Roman, der in verzweigten Erzählebenen und spannenden Handlungssträngen Fiktion mit historischen Ereignissen vermischt und dabei mit überraschenden Wendungen die erwartbaren Pfade verlässt. Dass Wilhelm Hengstler auch Filmemacher ist, lässt sich hier nicht verbergen. Es sind starke Bilder und Dialoge, die die Handlung vorantreiben. Virtuos verknüpft er Reise- und Abenteuerroman mit einer Krimihandlung, die mehr Rätsel aufgibt als löst, mit den Abenteuern im Kopf. Schon vor 20 Jahren begann Wilhelm Hengstler, der das Land seitdem vielfach bereiste, an diesem großen Indien-Roman zu schreiben: ZULM ist sein Opus magnum, das diese Erfahrungen und Kenntnisse verarbeitet.
Wilhelm Hengstler, geboren 1944 in Graz, promovierte 1969 als Jurist und zählt zu den Autoren der sogenannten Grazer Gruppe. Nach verschiedenen Postgraduate-Studien arbeitete er als Kulturjournalist und verfasste Essays und theoretische Arbeiten zur Filmgeschichte. Als Regisseur drehte er z. B. die Filme Fegefeuer (1989) und Tief oben (1995) sowie mehrere Dokumentationen. Zu seinen literarischen Werken zählen "Die letzte Premiere" (Suhrkamp 1987), "Fare" (Droschl 2003), "Pisco sour. Gedichte & Bilder" (Sonderzahl 2012) und "flussabwärts, flussabwärts" (Droschl 2015), für die er zahlreiche Auszeichnungen erhielt.