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Was nützt eine Wahrheit, die keinen Unterschied macht? Mit dieser Frage revolutionierte William James die Philosophie. Seine acht Vorlesungen von 1906/07, erschienen als "Pragmatism", sind der Gründungstext der einzigen genuin amerikanischen Philosophie - und bis heute ihr bestes, zugänglichstes Manifest. James präsentiert den Pragmatismus als Vermittler im "gegenwärtigen Dilemma der Philosophie": zwischen den "zartbesaiteten" Rationalisten und den "hartgesottenen" Empiristen. Sein Vorschlag ist so einfach wie folgenreich - prüfe jede Idee an ihren praktischen Konsequenzen. Wahr ist, was sich im Leben bewährt; Wahrheit ist kein Besitz, sondern ein Prozess. Ob Willensfreiheit, Religion oder Metaphysik: James führt vor, wie die pragmatische Methode alte Streitfragen entwirrt - in einer lebendigen, bildreichen Vortragssprache, die zeigt, warum er als brillantester Stilist der amerikanischen Philosophie gilt. Pflichtlektüre für Studierende der Philosophie und eine erfrischende Entdeckung für alle, die Denken und Leben nicht trennen wollen. Diese digitale Neuausgabe folgt der klassischen, gemeinfreien deutschen Übersetzung von Wilhelm Jerusalem (1908) mit vollständigem, kapitelgenau verlinktem Inhaltsverzeichnis.
William James (1842-1910) war Philosoph, Psychologe und Mediziner - und neben Charles S. Peirce und John Dewey der wichtigste Kopf des amerikanischen Pragmatismus. Der Harvard-Professor und Bruder des Romanciers Henry James begründete mit den "Principles of Psychology" (1890) die moderne wissenschaftliche Psychologie in Amerika. Mit "The Varieties of Religious Experience" (1902) und "Pragmatism" (1907) wurde er zum einflussreichsten amerikanischen Philosophen seiner Zeit. Sein undogmatisches, lebensnahes Denken wirkt bis in die Gegenwartsphilosophie und Psychologie fort.