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Der kurz nach 1200 entstandene Parzival-Roman Wolframs von Eschenbach zirkulierte bereits früh in unterschiedlichen Fassungen. Vier Textversionen lassen sich aus einer komplexen handschriftlichen Überlieferung rekonstruieren. Die hier präsentierten, nach strengen editorischen Regeln erstellten Fassungstexte beruhen auf intensiven philologischen Forschungen, für die auch digitale Werkzeuge und Methoden einbezogen wurden. Die Ausgabe, die auch in einer digitalen Version verfügbar ist, wird damit konventionellen textkritischen Ansprüchen ebenso gerecht wie einer an der Materialität der mittelalterlichen Handschriftenkultur orientierten Perspektive. In ihrem Verfahren bietet sie die maßgebliche handschriftenbasierte Neuedition von Wolframs Parzival seit Karl Lachmanns Ausgabe von 1833.
Michael Stolz war von 2006 bis 2026 Ordinarius für germanistische Mediävistik an der Universität Bern. Er hat zahlreiche Publikationen zur deutschen Literatur des Mittelalters veröffentlicht. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Wissensgeschichte, Kulturkontakte, Handschriftenstudien und digitale Edition. Stefan Abel ist Privatdozent für germanistische und komparatistische Mediävistik an der Universität Bern. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen der geistlichen und weltlichen Literatur des Mittelalters (in interkulturellen Kontexten), in der historischen Narratologie, Editionswissenschaft und Mittelalterrezeption.